Flurdenkmäler

Die Ostheimer Warte

An der Verbindungsstraße Ostheim - Sondheim im Südwesten, befindet sich auf einer Anhöhe von 434 m die so genannte Ostheimer Warte. Dabei handelt es sich um einen runden Turm von etwa 7m Höhe, dessen Ursprünge im Mittelalter zu suchen sind.

Da in der unmittelbaren Umgebung - Mellrichstadt, Völkershausen, Stockheim, Bischofsheim, Münnerstadt und Niederlauer - weitere Warttürme zu finden sind, geht man davon aus, dass auch die Ostheimer Warte zu diesem Überwachungssystem gehörte.

Allerdings sind Nachrichten über den Sinn und Zweck der Türme nur spärlich vorhanden und man ist nach wie vor auf Vermutungen angewiesen. Man kann aber davon ausgehen, dass sie in erster Linie als Signalstationen zu betrachten sind.

Der Turm ist zu Fuß von Ostheim aus bequem zu erreichen. Der Ort wurde mit Bänken und Tischen ausgestattet und lädt zum Verweilen ein.

Der Eingang des Turmes ist über eine Treppe in etwa 3 m Höhe zu erreichen, und wer sich durch die Öffnung von 55 cm x 1 m gezwängt hat, wird von der Aussicht leider etwas enttäuscht sein, da die Bäume rundherum viel höher sind. Dennoch ist die Ostheimer Warte ein lohnendes Wanderziel .

Sporckhöhe

Das Denkmal befindet sich auf dem Kleinen Lindenberg. Etwa um 1930 beklagte man in der Ostheimer Zeitung, dass das Denkmal in der Ahornpflanzung sehr gelitten habe. Schließlich wurde es 1951 erneuert. Es erinnert an den Kaufmann Kaspar Friedrich Sporck, der am 03.09.1796 in Ostheim geboren wurde.

Seine Eltern waren der Posamentierer Kaspar und Katharine Sporck. Das Elternhaus lag am sog. „Majorsberg“, es brannte am 22.05.1878 ab. Kaspar Friedrich erlernte das Handwerk des Vaters. Als nach dem Wiener Kongress wieder friedliche Zeiten kamen, gingen die Seidenwarengeschäfte wieder besser. Ein damals in Rouen/Frankreich sesshafter Ostheimer, der Posamentierer Jacob Sporck,, rief seine Verwandten auf, ihm Junge Leute zu schicken. Kaspar Friedrich war der jüngste und folgte sofort der Bitte seines Vetters.

Durch seine Rechtschaffenheit und Bescheidenheit erwarb er sich bald Freunde. Er konnte sich selbständig machen und Marie Catherine Leprince aus Rouen wurde seine Lebensgefährtin. Sporck führte sein Geschäft mit solcher Umsicht, dass er zu Wohlstand gelangte. Ab 1832 besuchte er zusammen mit seiner Frau fast jedes Jahr seine Heimatstadt. Niemals verließ er sie, ohne die Armen bedacht zu haben.

Am 11.05.1883 starb Sporck im Alter von 89 Jahren. Da auch seine Frau "die glücklichsten Tage in Ostheim verbrachte", sandte sie jährlich Geld für die Bedürftigen. Sie starb am 29.01.1891 mit 98 Jahren. Die Sporcksche Stiftung umfasste insgesamt 40.475,06 Mark. 1/3 sollte der Schule zufallen, 1/3 dem Krankenhaus und 1/3 den Armen der Stadt zukommen.

Dem Ehepaar verlieh die dankbare Stadt Ostheim 1880 das Ehrenbürgerrecht. Die Bildnisse beider Wohltäter fanden ein Ehrenplatz im Städtischen Krankenhaus, heute ist es das Orgelbau-Museum.