Rhöner Würste und Schinken haben viele neue Freunde gefunden
„Ziel erreicht“, lautete das überaus zufriedene Fazit der Veranstalter des 4. Rhöner Wurstmarkts am Sonntagabend, 12. Oktober. Weit über 20.000 Besucher aus ganz Deutschland waren in den Luftkurort Ostheim v.d. Rhön geströmt, um hunderte feinster Wurst- und Schinkenspezialitäten samt ihren „Begleitern“ wie Brot, Bier, Schnaps oder Beilagen zu verkosten und zur Freude der 50 Aussteller auch fleißig zu kaufen. Zwar sei die Zahl der Besucher etwas gesunken, doch Qualität und Zielsetzung des Wurstmarkts habe dies nur gefördert, unterstrich Ostheims Bürgermeister Ulrich Waldsachs im Rückblick. Es gehe nicht um Masse, sondern um Klasse. Und das Publikum sei interessierter und fachkundiger denn je gewesen, bestätigten auch zahlreiche Aussteller. Zudem habe man den Eindruck, dass man mit der Messe weit mehr Urlauber – viele davon zum wiederholten Male - als in den Vorjahren angezogen habe, dies wiederum betonten die Beherbergungsbetriebe in Ostheim und Umgebung, die seit Monaten in der Wurstmarkt-Woche ausgebucht waren.
Gut gelungen sei auch die Entzerrung der Besucherströme: Durch Attraktionen wie Ochs am Spieß und das Bürgermeisteraufwiegen in Ostheimer Leberkäs für den guten Zweck habe man am Samstag mehr Gäste gezählt, dafür sei der Sonntag etwas ruhiger verlaufen; wohl auch wegen der fehlenden Sonne, die den Ausflugsverkehr aus der Region etwas gebremst hatte. Wurst so weit das Auge reichte, boten die handverlesenen 50 Metzger, Direktvermarkter, Brauer, Brenner und Bäcker aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön entlang der malerischen Marktstraße. Sie zeigten einmal mehr wie vielfältig und handwerklich einzigartig ihre Hausmacher Produkte ausschließlich mit Zutaten aus der Region sind.
Nahezu alle Aussteller waren am Ende der zweitägigen Veranstaltung ausverkauft und das obwohl sie wohlweislich aus der Erfahrung der letzten Märkte deutlich mehr Waren mitgebracht hatten. Rabatte und Preisfeilschereien zur Verkaufsförderung hatten auf dem Wurstmarkt allerdings nichts zu suchen, unterstrich Michael Geier, Leiter des Biosphärenreservats Rhön und geistiger Vater des Wurstmarkts, in seinem Fazit. Es habe sich deutlich gezeigt, dass die Anbieter, die sich gut und professionell präsentieren, auch gute Geschäfte gemacht haben. Viele Aussteller hätten auch vor allem deshalb Erfolg gehabt, weil sie explizit ihre Spezialitäten mitgebracht haben und nicht das „Übliche“, das Standardprogramm, das auch jeder Supermarkt bietet. Gerade Besonderheiten wie z.B. eine Kartoffelwurst, hätten die Besucher in erster Linie gesucht. „Es geht jedoch beim Rhöner Wurstmarkt nicht in erster Linie um den Verkauf, sondern um die nachhaltige Werbung für die regionalen Produkte und die Sensibilisierung des Verbrauchers für Qualitätswaren“, betonten aber auch Hugo Neugebauer, Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, und Innungsobermeister Anton Koob, Brendlorenzen.
Bewährtes und Innovatives
Erneut zeigte sich der Rhöner Wurstmarkt auch als Plattform für Innovationen. Neben der bewährten Palette traditioneller Wurstwaren feierten u.a. Neukreationen wie der Rhöner Rinderschinken und das Rhöner Corned Beef von der Metzgerei Söder unter Mitwirkung des Bayerischen Bauernverbandes Premiere. Ebenso konnten die Besucher ungewöhnliche Varianten bekannter Würste kennen lernen: So kredenzte man u.a. Wildbockwurst oder Hirschbratwurst oder Wildfrikadellen. Gerne angenommen wurde auch das Angebot von Gastland Calvados und Gastregion Pfälzerwald-Nordvogesen, ebenso die Verkostungen sowie die „Verabredungen zum Essen“ der Gastronomen und Hoteliers.
Chance für Tourismus
Nicht zu vergessen sei die positive Wirkung auf den Tourismus, ergänzte auch Juliane Seibert von der Tourist-Info Ostheim, die u.a. für die Betreuung der Aussteller zuständig zeichnete. Ostheim war ausgebucht und viele Besucher hätten schon signalisiert, dass sie sicher wiederkommen möchten. Denn die Kombination aus schöner Landschaft, netten Menschen, gutem Preis-Leistungsverhältnis und noch dazu kulinarischen Erlebnissen sei perfekt.
Viele fleißige Hände
Abschließend dankte Bürgermeister Ulrich Waldsachs Mitarbeitern aus der Verwaltung, Arbeitskreis-Kollegen und Politikern ebenso wie den vielen freiwilligen Helfern für die tatkräftige Unterstützung, ohne die eine Veranstaltung dieser Größenordnung niemals möglich sei. Ein besonderer Dank galt neben Kassierern und Feuerwehr auch dem Team der Stadtgärtnerei, die mit ihrer fantasievollen Herbstdekoration das Ambiente der Markstraße perfekt krönten.
Weichen für 2010 sind gestellt
Bereits in die Zukunft blickte Michael Geier vom Biosphärenreservat Rhön. Der Initiator und „Vater“ des Wurstmarkts konstatierte zufrieden, dass der Rhöner Wurstmarkt einen festen Platz gefunden habe und inzwischen mindestens nationale Bedeutung sowohl beim Verbraucher als auch in Fachkreisen gefunden habe. Schon jetzt würden die Weichen für den 5. Rhöner Wurstmarkt am 9./10. Oktober 2010 gestellt, der mit etwas Glück vielleicht sogar einmal einen Bayerischen Ministerpräsidenten in die Rhön locken könnte. Bundesminister Horst Seehofer hatte ja in diesem Jahr in seiner Funktion als Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister die Schirmherrschaft übernommen, konnte aber aufgrund der aktuellen Entwicklung nach den Wahlen nicht persönlich kommen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rhoener-wurstmarkt.de. Hier sind alle Anbieter des Rhöner Wurstmarkts mit Adresse aufgeführt. Ebenso ist dort in Kürze eine Rück-Blende mit Bildern zu finden.
Text: Tonya Schulz





