Historischer Stadtrundgang

Entdecken Sie Ostheim auf eigene Faust

1. Tourist-Information (Start)

Ehemalige Kirchbergschule, ursprünglich Vikarswohnhaus, später Mädchenschule mit Wohnungen für Kantor, Lehrer und Rektor. 1650 umgebautes Halbwalmdachhaus mit zwei verputzten Fachwerkgeschossen über massivem Kellersockel. Seit dem erneuten Umbau 2010/2011 befindet sich hier neben der Tourist-Information auch die Stadtbücherei.

2. Kirchenburg

Die größte und am besten erhaltene Kirchenburg Deutschlands ist zweifellos das prägendste Bauwerk Ostheims. Errichtet wurde die Kirchenburg zwischen 1400 – 1450 zum Schutz der Bauern und Bürger. Die doppelte Ringmauer mit Wehrtürmen und ca. 70 unterkellerten Gaden umfasst 60 x 60 Meter. Bei den Gaden handelt es sich um kleine Wohn- und Lagerhäuser, die im Inneren der Befestigungsanlage errichtet wurden. Ursprünglich stand eine kleine gotische Marienkirche in der Mitte der Anlage. Ende des 16. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche St. Michael im Renaissance Stil erbaut. Im Inneren befindet sich ein beeindruckendes Deckengemälde des Meininger Malers Nikolaus Storant. Es zeigt eine Vision des Himmelreiches nach der Johannes Offenbarung. In der Mitte befindet sich Gott auf dem Thron, an seiner Seite Christus als Lamm und vier himmlische Wesen, der Heilige Geist als Flammenkranz, umgeben von 24 „Ältesten“ und dem Seher Johannes, sowie einzelnen Vers-Zitaten wie: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.“

3. „Schnepferei“

Die 1696 errichtete Scheune weist im Obergeschoss einen Eckpfosten auf, der kunstvoll mit einer männlichen Figur beschnitzt ist. Der Sage nach, ist dies der „Ritter von Schnepf“. Weiter hinten ist die Trücke sichtbar, ein Laubengang zum Trocknen von Viktualien wie Zwiebeln, Knoblauch etc. Zu beachten ist auch die Papyrussäule am Ende der Trücke.

4. Ehemaliges Amtsgericht

Das Amt Lichtenberg mit Sitz in Ostheim war im 19. Jahrhundert eine Exklave des Großherzogtums Sachsen im Königreich Bayern. Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurde im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach das Justizamt Lichtenberg in das Amtsgericht Ostheim umgewandelt. Mit der Gründung des Landes Thüringen erfolgte 1923 eine Neuorganisation der Gerichtsorganisation . Das Amtsgericht Ostheim vor der Rhön war nun dem Landgericht Meiningen nachgeordnet, denn bis zum Einmarsch der Amerikaner 1945 war Ostheim thüringisch und wurde erst 1972 offiziell Unterfranken in Bayern zugeteilt. 1944 wurde das Amtsgericht Ostheim aufgehoben.

Das stattliche spätbarocke Amtshaus an der Marktstraße mit zwei Obergeschossen wurde errichtet, als die Lichtenburg wegen Baufälligkeit nicht mehr als Amtssitz dienen konnte. Im 2. Stock waren Wohnräume für hohe Gäste, so z. B. für Johann Wolfgang von Goethe, der hier 1782 und 1789 weilte.

5. Gelbes Schloss – Rosenauischer Hof

1590 erwarb C. von Stein zu Nordheim die im 15. Jhd. erbaute Hofanlage von einer Dame von Rosenau aus Coburg. Der Syndikus der Ganerbschaft hatte hier seinen Sitz. Das Gebäude wurde im dreißigjährigen Krieg zerstört, jedoch ab 1656 wieder erbaut. Das Zierfachwerk ist heute verputzt. Im Gartensaal wurden um 1800 Theaterstücke aufgeführt.

6. Gerberhaus im Steinig

Der zweigeschossige Fachwerkbau mit Satteldach und Lüftungöffnungen befindet sich auf einem Gerberanwesen. Am Hauptgebäude verbergen sich unter dem Verputz zwei ältere Gebäude, die in ihrer Bausubstanz vermutlich in die Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1757 zurückgehen. Sie wurden von dem Gerber und Lederwarenhändler Reinhold Gottlieb Zinn um 1900 zusammengelegt. Der Betrieb der Lederwarenhandlung lief bis ca. 1983. Daneben bestand im Haus eine kleine „Privatbank“ für die Bauern des Umlandes.

Der Dachboden diente zum Trocknen der gegerbten Felle, weshalb zur guten Durchlüftung beide Seiten mit durchlaufenden, offenen Schleppgauben versehen sind. Bei dem Gerberhaus handelt es sich um das letzte Gebäude mit offenen Trockenböden am Ort.

7. Historisches Rathaus

Das historische Rathaus wurde nach Verleihung der Marktrechte 1586 als ,,altes Haus“ gekauft und gründlich umgebaut. Die Erschließung des staatlichen Fachwerkbaus erfolgte über die markante Freitreppe. In den beiden darunterliegenden kleinen Räumen, den „Narrenhäuschen“, wurden früher Missetäter eingelocht. Außen befanden sich Halseisen und Pranger.

Besucher sollten sich das Glockenspiel nicht entgehen lassen, das seit 1999 drei Mal am Tag, um 11.00 Uhr, um 15.00 Uhr und um 18.00 Uhr aus dem Zwiebelturm erklingt. Das Repertoire der Glocken reicht vom Rhönlied über das Frankenlied bis hin zu Melodien des Rhöner Barockkomponisten Valentin Rathgeber.

8. Altensteinsches Schloss – ehemals auch Untermarschalkscher Hof „Münz“

Das heutige Gebäude, ein dreigeschossiger Steinbau mit Walmdach und zweigeschossigem Nebenflügel in verputztem Fachwerk mit Satteldach wurde um 1753 – 1757 erbaut. Der Vorgängerbau befand sich bis ca. 1490 im Besitz der Familie von der Tann und ging danach in den des Marschalks von Ostheim über. 1621/1622 wurde das Gebäude als Münzprägestätte genutzt. Der „Ostheimer Batzen“ erlangte wegen seines geringen Silbergehalts keinen großen Wert und musste wieder eingestellt werden. Heute ist das Gebäude Sitz der Sparkasse.

9. Hansteinsches Schloss

Ostheim vor der Rhön erlebte im 16. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Adelssitze, wie Schloss Hanstein, sind steinerne Zeugen dieses Wohlstands. Schloß Hanstein – ehemals Kemenate genannt – ist mit seinen gotischen Treppengiebeln noch stark mittelalterlich geprägt. Die massiven äußeren Bruchsteinmauern sind fast einen Meter dick und mit einer Höhe von über 20 Metern ist das Schloss eines der höchsten steinernen Gebäude Ostheims. Ursprünglich umschloss ein Wirtschaftshof das Gebäude, der den Bewohnern Unabhängigkeit und Sicherheit gewährte.

Die herrschaftlichen Wohnräume lagen im ersten und zweiten Geschoss. Alte Dielenböden, verschließbare Wandschränke, Aborterker, Sitzplätze an den Fenstern und ein großer Kaminschacht erlauben Einblicke in die Wohnkultur des 16. Jahrhunderts. Repräsentative Steinmetzarbeiten und die Quadermalerien an Fenstern und Türen bezeugen dabei das Bestreben der Besitzer nach modernem Wohnkomfort. Besonders reizvoll zeigen sich die Fresken im Frauengemach, im Schlafraum und im Musikraum.

Heute beherbergt Schloss Hanstein ein Orgelbaumuseum von internationaler Bedeutung.

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